Torsten Gerlach

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Bürgermeisterkandidat für Moers

 

Klima- und Umweltschutz

Spätestens seit den Fridays for Future Demonstrationen wissen wir, dass der Klima- und Umweltschutz ein Problem unserer gesamten Gesellschaft ist. Das Engagement der jungen Menschen hat aufgezeigt, dass jeder einzelne von uns einen Unterschied machen kann – wir aber auch einen parteiübergreifenden Lösungsansatz benötigen. Dieser Ansatz muss durch Bundes-, Landes und Kommunalpolitik wie auch die Regierungen und Verwaltungen nachhaltig betrieben werden.

Auch wenn wir vielleicht nicht die Welt retten können, können wir ganz sicher dazu beitragen, unser Moers etwas umwelt- und klimafreundlicher zu gestalten.

Um einen effektiven und nachhaltigen Klima- / Umweltschutz betreiben zu können, muss ein solcher konzeptionell durch die Verwaltung angegangen werden. Dies wurde jüngst mit dem aktuellen Maßnahmenkatalog der Stadt Moers vorgestellt.

Neue Bauvorhaben müssen von Beginn an mit Gutachten belegen, wie sie möglichst klimaneutral umgesetzt werden können. Generell wird die Klima- und Umweltverträglichkeit zukünftiger Projekte eine entscheidende Weichenstellung für ihre Umsetzbarkeit werden.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass dies nicht zum Nulltarif passieren wird. Diese Art der zusätzlichen Planungen und das Erstellen von Gutachten kosten Geld. Die Stadt aber auch die Betreiber und letztlich die Bürger(innen).

Auch wenn es nicht unbedingt einen reißerisch formulierten und juristisch fragwürdigen „Klimanotstand“ gebraucht hätte, dürfen wir alle die aktuellen Bemühungen unserer Stadt und den Aufruf von FfF zum Anlass nehmen auch unseren eigenen Umgang mit der Umwelt zu überdenken.

Bspw. bietet der lokale Unverpacktladen „Tante Patti“ die Möglichkeit, auf Verpackungen gänzlich zu verzichten. Das Angebot regionaler Bio-Waren kann eine Option zu Produkten aus Massentierhaltung sein und der Ausbau und die bessere Vernetzung sämtlicher ÖPNV Angebote kann dazu führen, dass wir in naher Zukunft bei zahlreichen Gelegenheiten auf das Auto verzichten können.

Ein effektiver und gut vernetzter ÖPNV in Moers ist seit langer Zeit überfällig. Die aufgetragene Zielrichtung der NIAG darf nicht weiter die „schwarze Null“ sein. Zu häufig wird von zahlreichen Bürger(innen) Kritik an dem Angebot und der Zuverlässigkeit des lokalen ÖPNV Angebots geäußert.

Zukünftig müssen die verschiedenen ÖPNV Angebote miteinander besser vernetzt, auf einander abgestimmt und die Taktung erhöht werden. Um die Planbarkeit zu verbessern und das Angebot auch für jüngere Menschen attraktiver zu machen, müssen alle ÖPNV Systeme über eine APP bzw. eine Online-Plattform einsehbar und buchbar sein.

In einem weiteren Schritt müssen für die Fahrzeuge des ÖPNV aber auch für die Fuhrparks der Stadt Moers und ihrer Tochterunternehmen, alternative Antriebssysteme geprüft werden. Bei der Entscheidung ob dies auf E-Mobilität oder Wasserstoff hinausläuft, müssen aktuelle Entwicklungen in Wissenschaft und Industrie beachtet werden.

Aber auch hier gilt – Eine derartige Umrüstung und Verbesserung wird es nicht zum Nulltarif geben.

Um ein klares Signal zu senden und den – durch die Mehrheit des Stadtrates beschlossenen – sogenannten „Klimanotstand“ zu untermauern, müssen zukünftig auch kulturelle und künstlerische Veranstaltungen möglichst klimaneutral angeboten und durchgeführt werden.

Der Moerser Stadtpark und die zahlreichen kleineren Grünanlagen der Stadt dürfen nicht reduziert werden. Im Gegenteil, wir müssen möglichst viele innovative Ideen aufgreifen und für eine umfangreiche, Dach, und Fassadenbegrünung sorgen.

Insbesondere der Moerser Stadtpark muss die Gründe Oase der Stadt bleiben. Nach meinem Verständnis sollte es in solch einer Oase nicht erlaubt sein zu grillen.